Webauftritt der Offenen Volksschule Zeltgasse in Wien

Schwerpunkte und Organisation

OVSOVS Zeltgasse = Offene Volksschule Zeltgasse

Offene Schule bedeutet wir definieren uns als Ganztagsschule, in der Unterricht und Freizeit nicht verschränkt angeboten werden.

Struktur

Der Betreuungsteil schließt direkt an den Vormittagsunterricht an – die Kinder gehen nach dem Unterricht miteinander zum Essen, verbringen dann mit LehrerInnen eine gemeinsame Lernzeit und werden anschließend von ausgebildeten FreizeitpädagogInnen betreut.

Teilnahme

Die Anmeldung ist nur für drei oder mehr Schultage der Woche möglich und gilt für ein Schuljahr – jedoch nicht alle Kinder der Klasse müssen an der Betreuung teilnehmen.

Zeiten

Die Betreuung ist Montag bis Donnerstag bis 17.30 Uhr und Freitag bis 16 Uhr möglich. Es wurden schulintern fixe Projekttage (Dienstag 3. und 4. Klassen – Mittwoch 1. und 2. Klassen) festgelegt, an denen gemeldete Kinder erst um 16:30 Uhr abgeholt werden sollen. Wir legen großen Wert auf hohe pädagogische Qualität unseres Ganztag-Konzeptes – eine sinn- und wertvolle, kreative, professionell umrahmte Gestaltung des Nachmittags. Daher haben wir einen (flexiblen)  Raster erstellt, der sowohl Eltern als auch Kindern und PädagogInnen als Grundlage für das Abholen bzw. Entlassen der Kinder dient.

Betreuung an schulfreien Tagen / Ferien

Die Betreuung in den „kleinen“ Ferien (schulautonome Tage, Weihnachten, Ostern, …) findet 2016/17 und 2017/18 wieder in der OVS Zeltgasse statt. Anmeldungen dafür müssen zu Schulbeginn ausgefüllt und abgegeben werden. Dieses Angebot gilt nur für Kinder, die in der Nachmittagsbetreuung der Schule angemeldet sind.
In den Sommerferien wird Betreuung zentral von der Stadt Wien organisiert – nicht in der Zeltgasse!

Kosten (Schuljahr 16/17)

pro Tag 5,70 € Betreuungsgeld + 4,04 € Essensgeld

 

Informationen bezüglich Zahlungsmodalitäten finden Sie hier und Unterlagen für Ermäßigung hier.

Merken

Merken

Merken

GEPSGEPS = Englisch von Beginn an

Unser spezielles Fremdsprachenangebot findet darin Ausdruck, dass wir seit Jahren erfolgreich eine sogenannte „Global Education Primary School“ (GEPS) sind.

Ziel des Projektes

Schülern die Kulturtechniken Lesen (Lesekompetenz), Schreiben (Schreibkompetenz), Rechnen (Mathematische Kompetenz) sowie Fremdsprachenkompetenz von Schuleintritt an zu vermitteln, sowie Aufgeschlossenheit, Toleranz und Verantwortungsbewusstsein („global awareness“) anzubahnen.

Global Education in der Arbeitssprache

Englisch wird als Bestandteil des Gesamtunterrichts – mit Ausnahme des Bereichs Deutsch, Lesen, Schreiben – vermittelt, wodurch es zu keiner Kürzung des Bildungsangebots kommt. Englisch als Muttersprache ist weder Voraussetzung noch gar Verpflichtung.

CLIL (Content and Language Integrated Learning)

Dies bedeutet, Englisch als Arbeitssprache in unterschiedlichen Gegenständen (Sachunterricht, Mathematik, Musik, Bildnerische Erziehung, Sport und Bewegung, Werkerziehung) einzusetzen, wobei die Inhalte des Unterrichts (Globales Lernen) auch zum Erlernen der Fremdsprache verwendet werden.

Praxis

„Global Studies“ mit Englisch als Arbeitssprache im Ausmaß von zumindest 5 Wochenstunden (täglich 1 Stunde), Einsatz von Native Speaker Teachers, die mit dem/der Klassenlehrer/in eng zusammen arbeiten, Durchführung von Projekten zum Globalen Lernen (Sprach- und Kulturbegegnungsprojekte), Formen alternativer Leistungsbeurteilung.

ReformReformpädagogik

Derzeit werden reformpädagogische Elemente in den Unterricht von sechs Klassen (1. bis 4. Schulstufe) eingebunden. In diesen Klassen stehen Montessori-Materalien entsprechend den Vorstellungen der LehrerInnen zur Verfügung. Zahlreiche LehrerInnen haben die Montessori-Ausbildung, andere alternativpädagogische Zusatzqualifikationen und jahrelange Praxiskenntnisse in der Umsetzung.

Schwerpunkte sind unter anderem:
  • die Anleitung zum selbstständigen Lernen, Üben und Arbeiten
  • die Freiarbeit
  • selbstverantwortliches Lernen
  • handlungsorientiertes Lernen
  • situationsbezogenes Handeln
  • die Arbeit mit Montessori-Materalien und anderen Lernmateralien
  • der Aufbau von Kompetenzen zur Selbsteinschätzung und – beurteilung
  • alternative Formen der Leistungsbeurteilung

Zusätzlich werden an der Schule zahlreiche Ideen der Freinet-Pädagogik verwirklicht, deren Grundsätze vor allem in unseren demokratisch schülerInnenzentrierten Organisationsformen zu finden sind:

  • Freie Entfaltung der Persönlichkeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt
  • Selbstverantwortlichkeit des Kindes
  • Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit

LFDBis zum Ende der dritten Klassen kann – je nach Entscheid des Klassenforums – eine bestimmte Form der Leistungsbeurteilung gewählt werden, die speziell zur Unterrichtsmethode und zum Stil der Klasse passen. Wir bieten die derzeit aktuellsten Formen:

Lernfortschrittsdokumentation (LFD)

Der Schulversuch hat folgende Zielstellungen:

  • Klare übersichtliche Struktur im Hinblick auf Lehrplanziele vor dem Hintergrund der Bildungsstandards
  • Lernzielformulierungen in Schülersprache (z.B. Ich kann fließend vorlesen). Dadurch wissen SchülerInnen, was sie können bzw. kennen sollen.
  • Transparenz im Hinblick auf kognitive als auch sozio-emotionale Lernziele für SchülerInnen, Lehrerinnen und Erziehungsberechtigte.
  • Die „Lernfortschrittsdokumentation“ (ehemals Bildungsdokumentation) erleichtert transparente, individualisierte aktuelle Leistungsprofile der Schülerinnen.
  • Die Lernfortschrittsdokumentation zeigt, was bereits gekonnt wird, was noch zu üben ist, weiche Lehrplanziele bereits durchgenommen wurden und welche noch im Laufe des Schuljahres angestrebt werden
  • Die Lernfortschrittsdokumentation beschränkt sich (anders als das Pensenbuch) auf Groblernziele, die kompatibel sind im Hinblick auf Lehrplan und Bildungsstandards.
  • Die Lernfortschrittsdokumentation will ein Instrument sein, das die Schülerinnen zunehmend befähigt, ihren eigenen Lernfortschritt zu reflektieren (zu den einzelnen Lernzielangaben werden von den Schülerinnen repräsentative Aufgaben, Arbeitsblätter etc. ausgewählt, die sie „besonders gut“ finden.
  • In der Lernfortschrittsdokumentation findet der Schüler/ die Schülerin durch den Lehrer/die Lehrerin angegeben, ob im Hinblick auf ein Lehrplanziel noch Übungsbedarf besteht.
  • engere Kooperation Schule-Elternhaus
  • Stärkung und Erhaltung der Lernfreude und kindlichen Wissbegierde
Organisation:

An die Stelle der Ziffernbeurteilung tritt das „Sammeln“ der Leistungen jedes Schülers/ jeder Schülerin. Im Detail bedeutet dies:
> Für jeden Schüler/jede Schülerin wird eine individuelle Mappe (Lernfortschrittsdokumentation) angelegt (siehe unten). Sie umfasst die Lehrplanziele (mindestens) eines Schuljahres, ausgewählte Arbeitsblätter, Zeichnungen, verfasste Texte, Hausübungen etc.
> Die Lehrerin/der Lehrer tickt/malt/paraphiert in regelmäßigen Intervallen, welche Ziele vom Schüler/von der Schülerin bereits gekonnt werden und welche noch geübt werden müssen.
> Die Lernfortschrittsdokumentation wird zumindest einmal pro Semester mit den Erziehungsberechtigten durchgegangen. Diesem Prozess geht eine Erläuterung voraus. Die Vorgangsweise entspricht dabei im Wesentlichen jener, die im SV „Kommentierte Direkte Leistungsbeurteilung“ gehandhabt wird.

> Die Lernfortschrittsdokumentation ist von den Erziehungsberechtigten jederzeit einsehbar und wird mindestens einmal pro Semester diesen nachweislich zur Kenntnis gebracht (wird durch Unterschrift des Erziehungsberechtigten / der Erziehungsberechtigten dokumentiert). Die Gespräche mit den Erziehungsberechtigten anhand der individuellen Lernfortschrittsdokumentation sind verbindlich und können daher Informationsgespräche im Zuge von Elternsprechtagen ersetzen.
> Die „Lernfortschrittsdokumentation“ kann auf der Basis mindestens einer Zwei-Drittel-Zustimmung durch die Eltern im Rahmen des Klassenforums beschlossen werden.
> Die „Lernfortschrittsdokumentation“ kann von der jeweiligen Lehrerin im Rahmen des Schulversuchsanspruchs individuell gestaltet werden.


Kommentierte Direkte Leistungsvorlage (KDL)

Zielstellungen:

  • Individuelle Förderung
  • Engere Kooperation zwischen Schule und Elternhaus, Transparenz des Unterrichtsgeschehens
  • Stärkung und Erhaltung der Lernfreude und der kindlichen Wissbegierde
  • Stärkung und Entwicklung des Vertrauens der SchülerInnen in ihre eigene Leistungsfähigkeit
  • Kindorientierte Reflexion
  • Kinder präsentieren ihr persönliches Portfolio.
  • Die KDL berücksichtigt auch individuelle Entwicklungsschübe von Vorschulkindern innerhalb des Bereichs der Schuleingangsphase.
Organisation:

An Stelle der Ziffernbeurteilung tritt das Sammeln der Leistungen der einzelnen SchülerInnen in den Vordergrund. Das bedeutet:
–   Auffächern der Grob- und Feinziele anhand des Lehrplans der VS in den jeweiligen Kompetenzbereichen der Grundstufe I und II.
–   Arbeiten zu den entsprechenden Lernzielen (Arbeitsblätter, Niederschriften, verfasste Texte, Zeichnungen, Hausübungen, etc.) werden in einer Mappe gesammelt. Diese Mappe ist von den Erziehungsberechtigten jederzeit einsehbar und wird einmal pro Semester nachweislich zur Kenntnis gebracht (durch Unterschrift der Erziehungsberechtigten dokumentiert). In diesen Eltern-, LehrerInnen, SchülerInnengesprächen werden die Arbeiten der SchülerInnen erläutert. So gewinnen alle Beteiligten einen detaillierten Einblick in den Leistungsstand der Kinder.
–   Die KDL wird durch eine 2/3 Mehrheit der Eltern im Klassenforum beschlossen. Es  empfiehlt sich, den Erstbeschluss auf die GS I zu beschränken und gegebenenfalls durch einen neuerlichen Beschluss im zweiten Semester des zweiten Schuljahres bis maximal zum Ende der dritten Klasse auszudehnen.
–   Die KDL ist mit anderen alternativen Leistungsbeurteilungen (LFD, Verbale Beurteilung) und dem Ziffernzeugnis kombinierbar.

PhiloPHILOSOPHIEREN MIT KINDERN

Seit einigen Monaten nehmen – in enger Kooperation mit dem Elternverein und finanziell unterstützt von der AK – viele Klassen an einem einzigartigen Philosophie-Projekt teil. Vormittags aber auch am Nachmittag setzten sich Klassen bzw. Gruppen in Gesprächskreisen mit relevanten Themen aus dem Alltag der SchülerInnen auseinander, Kinder teilen sich mit, behandeln (professionell begleitet) Momente der Erwachsenenwelt, denken laut und kommunizieren gewaltfrei mit einander. Wir berichten laufend hier.

Dialog und Kompetenzen fördern

Sich philosophierend im Leben zu orientieren erfordert den Mut selbst zu denken, Selbstverständliches zu hinterfragen und für seine Überzeugungen und sein Handeln einzustehen. Wer nach Antworten auf philosophische Fragen sucht, muss offen sein für die Sichtweisen anderer, kreativ und logisch denken und seinen eigenen Standpunkt begründen können. Im Philosophieren nähert man sich aber auch dem Wesen und der Bedeutung eigener Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen und Werte an. So unterstützt das Philosophieren Kinder bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben, fördert ihre Fähigkeit zum Dialog und zum demokratischen Miteinander.“ (Akdemie Kinder philosophieren August 2010)

Konkret werden durch das Philosophieren folgende Eigenschaften und Fähigkeiten ermöglicht und gefördert:

  • positive Selbstkonzepte
  • Selbstwirksamkeit
  • Neugier und individuelle Interessen
  • differenzierte WahrnehmungenDenk- und Problemlösefähigkeit
  • Phantasie und Kreativität
  • Respekt und Wertschätzung für Andere
  • Empathie und Perspektivenübernahme
  • Kommunikations-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit

Präsenz

Durch Herstellen von Präsenz lassen sich viele problematischen Entwicklungen frühzeitig erkennen und Eskalationen vorbeugen. Kommt es zu Eskalationsprozessen, ist es hilfreich zu verstehen, dass Lehrer/innen Kinder nicht kontrollieren können. Letztlich entscheiden die Kinder ob sie sich so oder anders verhalten und das wissen die Kinder auch. Was macht denn die Lehrerin, wenn ich zum Beispiel sage: “Nein, ich stehe nicht auf und gehe zur Tafel, ich bleibe hier sitzen!”

Selbstkontrolle

Durch Übung der Selbstkontrolle können Lehrer/innen aus Machtkämpfen aussteigen. Das braucht Übung und es hilft ein paar Dinge über symmetrische und komplementäre Eskalationsprozesse zu wissen.

Unterstützungssysteme

Wenn es darüber hinaus gelingt die Autorität der Lehrer/innen auf breitere Beine zu stellen und ein Netzwerk von Unterstützer/innen zu bilden, stärkt das Lehrkräfte und schont deren persönliche Ressourcen.

Als Unterstützer/innen kommen dabei natürlich in erster Linie Eltern und andere Verwandte der Kinder in Betracht. Dazu kommen noch das eigene Lehrer/innenkollegium, manchmal andere (z.B. ältere) Schüler/innen oder Dritte im Umfeld oder Unterstützungsnetz einer Schule.

Das Einbinden von Eltern ist oft wesentlich für die Verhaltensänderung von Schüler/innen, auch wenn hier von manchen Lehrer/innen resignierend beschrieben wird, dass die Zusammenarbeit mit Eltern nicht immer einfach ist. Umso wichtiger ist es, dass Lehrkräfte sich damit auseinander setzen, wie gelungene Bündnisse mit Eltern hergestellt werden können.

Gewaltloser Widerstand

Wird das problematische Verhalten von Seiten des Schülers/der Schülerin oder einer Schüler/innengruppe fortgesetzt, werden Widerstandsmaßnahmen ergriffen, die signalisieren, dass es so nicht mehr weiter gehen kann und die Erwachsenen gemeinsam alles Mögliche unternehmen werden, um dieses Verhalten zu stoppen. Entschlossenheit ist dabei von großer Bedeutung.

Versöhnung – Beziehung

Parallel dazu muss die Beziehung zwischen Schüler/innen und den Erwachsenen (Lehrer/innen und Eltern) gestärkt werden. Das Kind soll dadurch merken, dass  sich der Widerstand gegen das Verhalten und nicht gegen sie als Person richtet: „Du bist uns willkommen, deine ausgeübte Gewalt, deine Drohungen, das Stehlen, dein Drogenkonsum, usw. nicht!“

Lehrer/innen kündigen das an und zeigen so die Entschlossenheit zu handeln. Sie erklären das dem Schüler, der sich grenzverletzend verhält und gleichzeitig der Schulklasse, die auch interessiert ist, zu erfahren, wie die Lehrer/innen weiter vorgehen werden und die Sicherheit in der Klasse wieder herstellen.In beinahe jedem Fall sind die Kinder der Klasse oder manchmal der gesamten Schule auf die eine oder andere Weise in problematisches Verhalten verstrickt. Das bedingt, dass in die Lösung dieser Probleme die betroffene Klasse oder die Schule ebenfalls mit einbezogen werden muss.

Transparenz

Dies geschieht dadurch, dass transparent gemacht wird, was geschehen ist, wie die Erwachsenen darauf reagieren und ob die Situation nun abgeschlossen ist oder noch nicht. Die Erwachsenen bekommen dadurch Respekt für die Handhabung der konfliktträchtigen Situation. Die Kinder sehen, dass die Lehrer/innen handeln und erleben so eine Stärkung der Stellung der Führungsrolle der Lehrkräfte in der Klasse oder in der gesamten Schule.

Wiedergutmachung

Wenn Schaden entstanden ist, begleiten Lehrer/innen auch den Prozess der Wiedergutmachungsschritte. Dabei wird auf die Re-Integration des „Schädigers“ in die Klasse ebenso Wert gelegt, wie auf das Ehrgefühl des „Geschädigten“ und des „Schädigers“. Dies stärkt die Stellung der Lehrkräfte wiederum.

Insgesamt wird bei jeder Lösung von problematischen Situationen der Zeitfaktor genutzt . Es wird ein Lösungsprozess in Gang gesetzt und begleitet. Omer/Schlippe betonen dass das Entscheidende die entschlossene Bereitschaft zum Dranbleiben ist: “Du musst das Kind nicht besiegen, sondern nur beharren!” (vgl. Omer/Schlippe 2006).

Entnommen aus: INA NEWSLETTER 28. Februar 2012

Merken