Wie wir Schule verstehen –
und was das für Ihr Kind bedeutet.
Auf dieser Seite erfahren Sie, was die Zeltgasse pädagogisch verbindet, warum bei uns unterschiedliche Unterrichtsstile nebeneinander Platz haben, welche Rolle GEPS und Neue Autorität spielen – und woran unsere Haltung im Alltag erkennbar wird.
Es geht nicht um ein pädagogisches Etikett. Es geht darum, wie Kinder bei uns lernen, begleitet werden und zunehmend Verantwortung für sich und andere übernehmen.
Nicht eine Methode. Eine gemeinsame Haltung.
Schule ist für uns kein Ort, an dem alle dasselbe auf dieselbe Weise tun. Kinder sind verschieden. Pädagog:innen auch. Genau darin liegt eine Stärke – sofern die Haltung stimmt.
Wir arbeiten sorgfältig, beziehungsorientiert und mit hohen Erwartungen an Kinder. Wir trauen ihnen Denken, Verantwortung und eigene Wege zu. Und wir bleiben da, wenn es schwierig wird.
Guter Unterricht hat bei uns mehr als eine Handschrift.
Manche Klassen arbeiten mit Elementen des Churer Modells, andere mit Montessori-Materialien, Freinet-Pädagogik, offenem Lernen, Theater oder stark differenzierten Lernwegen. Und manche Pädagog:innen unterrichten bewusst näher an vertrauten Formen.
Das Entscheidende ist nicht das Etikett. Es ist die Qualität der Beziehung, die Klarheit im Unterricht und der Blick auf das einzelne Kind. Pädagog:innen dürfen bei uns ihre Stärken leben – nicht aus Beliebigkeit, sondern aus Verantwortung.
Das Churer Modell ist dabei ein starkes Steckenpferd unserer Schule, weil es vielen Kindern Raum, Orientierung und Eigenständigkeit eröffnet. Es ist aber kein Dogma. Gute Schule beginnt für uns dort, wo Menschen authentisch arbeiten und zugleich einen gemeinsamen Anspruch tragen.
Ein Schultag braucht mehr als Unterricht.
Als offene Ganztagsschule verbinden wir Unterricht, Lernzeit, gemeinsames Essen und betreute Freizeit zu einem verlässlichen Tagesrhythmus. Für angemeldete Kinder setzt sich der Schultag nach dem Unterricht in der Schule fort – begleitet von Lehrer:innen und Freizeitpädagog:innen, mit Zeit zum Arbeiten, Spielen, Bewegen, Ausruhen und für Gemeinschaft.
Vieles wird dabei bereits in der Schule erledigt. Das bedeutet aber nicht, dass Lernen zu Hause aufhört. Lesen, Üben, eine Malreihe festigen oder ein Referat vorbereiten kann weiterhin zum Familienalltag gehören. Eltern sind dabei keine Ersatzlehrer. Sie sind Partner, die miterleben, wie ihr Kind zunehmend selbst denkt, handelt und Verantwortung übernimmt.
Der Nachmittag ist kein Anhang. Er ist ein eigener pädagogischer Raum.
Verschiedene Wege. Ein gemeinsamer Anspruch.
Beziehung
Kinder lernen dort leichter, wo sie sich gesehen wissen.
Nähe ersetzt keine Klarheit – sie macht sie wirksam.
Anspruch
Wir trauen Kindern etwas zu. Förderung bedeutet für uns nicht, Erwartungen klein zu machen, sondern Wege dorthin verschieden zu gestalten.
Verantwortung
Freiheit ist kein Sich-selbst-Überlassen. Kinder brauchen Wahlmöglichkeiten, Orientierung und Erwachsene, die erreichbar bleiben.
Entwicklung
Nicht alles gelingt beim ersten Versuch – Kindern nicht und Erwachsenen auch nicht. Entscheidend ist, hinzusehen, nachzudenken und weiterzuarbeiten.
Englisch gehört bei uns nicht nur ins Englischheft.
Als zertifizierte Global Education Primary School – kurz GEPS – öffnen wir den Unterricht von Beginn an für Englisch. Native Speaker begleitet die Kinder je nach Schulstufe zwei bis fünf Wochenstunden direkt im Unterricht; ab der dritten Schulstufe ist dieses Angebot verbindlich.
Dabei geht es nicht um eine möglichst frühe Prüfungssprache. Englisch wird gehört, gesprochen, ausprobiert und mit dem Alltag verbunden. So wächst Sprache dort, wo sie gebraucht wird: in Begegnung, Spiel, Neugier und gemeinsamer Arbeit.
Autorität zeigt sich nicht darin, wer gewinnt.
Konflikte gehören zum Zusammenleben. Entscheidend ist, wie Erwachsene ihnen begegnen. Im Verständnis der Neuen Autorität setzen wir auf Präsenz statt Machtkampf: Wir bleiben klar, ohne zu beschämen; wir setzen Grenzen, ohne Beziehung abzubrechen; und wir suchen nach Wiedergutmachung, wenn etwas verletzt wurde.
Nicht jede Antwort muss laut oder sofort sein. Manchmal bedeutet professionelles Handeln, sich zu beraten, Unterstützung zu holen und beharrlich zu bleiben. Ziel ist nicht bloßer Gehorsam, sondern wachsende Verantwortung – für das eigene Handeln und für die Gemeinschaft.
Grenzen und Beziehung gehören zusammen.
Haltung braucht kein einheitliches Temperament.
Eine gemeinsame Haltung verlangt keine gleichen Persönlichkeiten. Lehrer:innen, Freizeitpädagog:innen, Teamlehrer:innen, Förderlehrer:innen, Beratungslehrerin und Schulleitung bringen unterschiedliche Erfahrungen, Temperamente und fachliche Schwerpunkte mit.
Diese Unterschiede dürfen sichtbar sein. Entscheidend ist, dass wir Verantwortung teilen, einander widersprechen können, ohne das gemeinsame Ziel zu verlieren, und Eltern als Partner ernst nehmen. Gute Schule entsteht nicht durch Gleichklang. Sie entsteht, wenn Verschiedene verlässlich zusammenarbeiten.
Keine Schule ohne Umwege. Aber eine, die hinsieht.
Wir können keine Schule ohne Konflikte, Anstrengung oder Umwege versprechen. Wir können aber versprechen, Kinder nicht auf Leistung, Verhalten oder eine Diagnose zu reduzieren.
Wir bleiben im Gespräch, prüfen unser Handeln und korrigieren, wenn es nötig ist. Denn Haltung zeigt sich selten in großen Sätzen. Sie zeigt sich in den vielen kleinen Entscheidungen, die getroffen werden, wenn gerade niemand zusieht.